Bezirkstagspräsident Richard Bartsch besucht Hermann-Oberth-Raumfahrt-Museum
Im Rahmen eines Gemeindebesuchs in Feucht stattete Bezirkstagspräsident Richard Bartsch in Begleitung von Bezirksrätin Barbara Titzsch auch dem Hermann-Oberth-Raumfahrt-Museum einen Besuch ab.
Gemeinsam mit Feuchts Bürgermeister Konrad Rupprecht ließen sich die Politiker von Museumsdirektor Karlheinz Rohrwild über die jüngst abgeschlossene Umgestaltung des großen Ausstellungsraumes und die Zukunftspläne des Museums informieren.

Im Bild v.r.n.l: Bezirkstagspräsident Richard Bartsch, Bezirksrätin Barbara Titzsch, Feuchts Bürgermeister Konrad Rupprecht und Museumsdirektor Karlheinz Rohrwild
Nach dem gut einstündigen Rundgang zeigten sich die Gäste überrascht und beeindruckt von der Vielfalt der Exponate und vor allem von Oberths herausragendem Anteil an der frühen Raumfahrtgeschichte in der Zeit vor 1930, der für die späteren Entwicklungen bis hin zu den Mondlandungen der NASA und darüberhinaus grundlegend ist.
Das besondere Interesse des Bezirkstagspräsidenten weckten die Original-Raumanzüge aus verschiedenen Phasen der Raumfahrtgeschichte, die im neugestalteten Ausstellungsraum besser zur Geltung kommen als bisher, sowie die äußerst aufwändige Rekonstruktion eines A4/V2-Triebwerks, anhand dessen die ambivalente Bedeutung dieser ersten Großrakete, als außerordentlicher technologischer Durchbruch einerseits und Kriegswaffenträger andererseits, dargestellt wird.
SPD Feucht besuchte das Hermann-Oberth-Raumfahrt-Museum
Mitglieder der Feuchter SPD-Fraktion und des SPD-Ortsvereinsvorstands besuchten das Hermann-Oberth-Raumfahrtmuseum, um sich einen eigenen Eindruck von der kürzlich abgeschlossenen Umgestaltung zu verschaffen.
Nicht alle interessierten Kommunalpolitiker hatten aus Zeitgründen die Möglichkeit gehabt, zur Wiedereröffnung Anfang März zu kommen. Bei ihrem Besuch informierte sie die Museumsleitung auch über die Grundzüge eines umfassenden neuen Konzepts für die kulturellen Einrichtungen in der Pfinzingstraße unter dem Titel „Kulturareal Feucht“, das gemeinsam mit dem Zeidelmuseum erarbeitet wurde.
Zunächst widmete man sich jedoch der neuen Ausstellung. Ein neugestalteter Raum im Erdgeschoss des Museums mit sehr informativen Schautafeln und vielen Ausstellungsobjekten erwarten jetzt die Besucher im Oberth-Museum. Sie werden mit modernster energiesparender LED-Lichttechnik in Szene gesetzt, die mit Unterstützung der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern angeschafft werden konnte. Museumsdirektor Karlheinz Rohrwild und Michael Zuber führten die Besucher durch das Museum und erläuterten die Schauobjekte. Sie betonten, dass das Museum eine ganzheitliche Sicht auf Hermann Oberth und den Beginn der Raumfahrt anstrebe. Auch die kritischen und irritierenden Seiten der Raumfahrtgeschichte und der handelnden Personen sollten nicht ausgespart werden. Der neugestaltete Raum soll auch als Nachweis dienen, dass das Museum neuen Ansprüchen gerecht werden könne, betonten beide Museumsmacher.

Im Bild v.r.n.l.: Marktgemeinderätin Tanja Grasser-Bertl, Oberth-Büste, Marktgemeinderat Michael Schwarz, Marktgemeinderat Lothar Trapp, Marktgemeinderat Ernst Klier, stv. Ortsvorsitzender Gerald Schickendanz, Peter Liebig, Ortsvorsitzende, Marktgemeinde- und Kreisrätin Inge Jabs und Museumsdirektor Karlheinz Rohrwild
Die SPD-Mitglieder zeigten sich von der Umgestaltung beeindruckt und sehen in dem Museum einen Aktivposten für Feucht, auf den in wirkungsvollerer Weise durch den Markt Feucht aufmerksam gemacht werden muss.
Im Anschluss an die Besichtigung nutzten die Museumsvertreter die Gelegenheit und informierten die Besucher vorab über die Grundzüge der Ideen und Konzepte der beiden Museumsvereine für ein neues Feuchter Kulturareal rund um das Pfinzingschloss. Dieses Konzept wurde bereits im Rathaus vorgestellt und soll in einem nächsten Schritt Mitte April den Vorsitzenden bzw. Sprechern der im Marktgemeinderat vertretenen Parteien und Gruppierungen präsentiert werden.
Hermann-Oberth-Raumfahrt-Museum: Hauptraum neu gestaltet
Wiedereröffnung durch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann
Feucht, 4.3.2013 – Gemeinsam mit dem ehemaligen Astronauten Prof. Ulrich Walter eröffnete Bayerns Innenminsiter Joachim Herrmann am 3. März den neu gestalteten großen Ausstellungsraum des Hermann-Oberth-Raumfahrt-Museums. Beim symbolischen Durschschneiden des Bandes zum modernisierten Hauptraum des Museums assistierten den beiden Landrat Armin Kroder und Feuchts Zweite Bürgermeisterin Katharina von Kleinsorgen.
Prof. Walter, der seit vielen Jahren auch 1. Vorsitzender des Museumsvereins ist, betonte in seiner Einführungsrede die Bedeutung der Raumfahrt für unser modernes Leben. Die Raumfahrttechnik sei die „Speerspitze“ der Technik und Hermann Oberth mit seiner 1923 vorgelegten Arbeit „Die Rakete zu den Planetenräumen“ einer ihrer bedeutendsten Wegbereiter gewesen.
Dass Raumfahrt Zukunft bedeutet, betonte nach Walter auch Innenminister Herrmann. Zwar sei er als Innenminister weder Raumfahrt- noch Museumsminister, aber für Franken fühle er sich zuständig. In seiner Gastrede schlug er dann einen Bogen von der vitalen nichtstaatlichen Museumslandschaft Bayerns, für die Feucht mit dem Hermann-Oberth-Raumfahrt-Museum und dem benachbarten Zeidelmuseum ein gutes Beispiel abgebe, auf das man vor Ort auch mit Recht stolz sein könne, bis hin zur Bedeutung der Technik ganz allgemein.
Oberths Beispiel diente dem Politiker aus Erlangen dabei als Folie für seine Forderung, technischen und wissenschaftlichen Entwicklungen bei allem gerechtfertigten Problembewusstsein wieder aufgschlossener gegenüber zu stehen. Auch Oberth, so Herrmann, sei in den 1920er Jahren vor allem in der akademischen Welt ersteinmal als „Spinner“ abgetan worden, habe sich aber am Ende mit seinen Ideen und Theorien durchgesetzt. Technische Entwicklungen hätten den Menschen über die Jahrhunderte ein immer besseres Leben ermöglicht, ein Umstand, den man nicht vergessen dürfe. So würden wir alle heute vielfältig von Nutzanwendungen der Raumfahrt profitieren, die als Ideen und Konzepte schon in Oberths frühen Arbeiten vorkommen.
Herrmann sparte allerdings auch die „Irrungen und Wirrungen“ in Oberths Leben nicht aus, der in den 1960er Jahren kurzzeitig Mitglied der NPD geworden war, diese Mitgliedschaft aber selbst beendet und sich von der Partei distanziert hat, als er merkte, dass er nur als prominente Galionsfigur missbraucht werden sollte.
Der große Forscher und Feuchter Ehrenbürger Oberth sei über die Jahrzehnte für seine wissenschaftlichen Leistungen mit vielen internationalen Ehrungen und Auszeichnungen geehrt worden, unter anderem auch mit dem Bundesverdienstkreuz und dem Bayerischen Verdienstorden.
Im modernisierten Raum, den Museumsdirektor Karlheinz Rohrwild den Gästen anschließend eingehend vorstellte, zeigt das Museum die Entwicklungslinien der Raumfahrtgeschichte von den fiktionalen Anfängen, die zur wissenschaftlichen Auseinandersetzung und Theoriebildung führten, über die ersten zaghaften Realisierungsschritte, die internationale Militarisierung, Versuche der Zivilisierung durch Wissenschaft und Wirtschaft bis hin zum gegenwärtig entstehenden neuen Konkurrenzkampf im All und der Zukunft der Raumfahrt auf dem Weg zu Asteroiden und zum Mars.
Nach der Grundrenovierung des Hauses durch den Markt Feucht, der dem Museumsverein das Gebäude zur Verfügung stellt, wurden im Rahmen der Umgestaltung nicht nur bislang ungezeigte Originalexponate in die Ausstellung aufgenommen, sondern mit Unterstützung der Raiffeisenbank Altdorf-Feucht eG auch neue audiovisuelle und multimediale Elemente integriert sowie durch großzügige Förderung durch die Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern die Lichtanlage in diesem Raum auf energiesparende und museumsgerechte LED-Beleuchtung umgestellt.
Für die nächste Zukunft hat sich das ehrenamtliche Museumsteam um Karlheinz Rohrwild weitere Umgestaltungsmaßnahmen und die Umstellung der Lichtanlage im Rest des Hauses auf die LED-Beleuchtungstechnik vorgenommen. Auch eine Sonderausstellung ist für den Herbst dieses Jahres wieder geplant. Außerdem arbeitet man gemeinsam mit den Kollegen des Zeidelmuseums bereits seit einiger Zeit an Konzepten, mit deren Umsetzung die großen Platznöte beider Museen eines Tages behoben werden könnten. Dazu ist man auch mit dem Markt Feucht in engem Kontakt.
Herrmann lobte dieses Engagement in Feucht, denn anders als in rein der Technik gewidmeten Häusern wie dem Deutschen Museum, sei hier vor Ort ein unmittelbarer, nicht selten persönlicher Bezug gegeben, weil der aus Siebenbürgen im heutigen Rumaänien stammende Oberth die zweite Hälfte seines Lebens hier verbracht hat. Da das Themengebiet des Museums weit über die Region hinausweist, könne auch Feucht vom Oberth-Museum profitieren. Der Freistaat, so Herrmann, werde diese Arbeit auch weiterhin im Rahmen seiner Möglichkeiten unterstützen.
Feuchter Raumschiff „Friede“ landet am Rhein
Exponate aus dem Hermann-Oberth-Raumfahrt-Museum derzeit im Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn zu sehen
Feucht, 10.12.2012 – Mit einigen Leihgaben unterstützt das Hermann-Oberth-Raumfahrt-Museum derzeit die aktuelle Science-Fiction-Sonderausstellung des Hauses der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn. Im Mittelpunkt: Ein Modell des Raumschiffs „Friede“ im Maßstab 1:50 aus dem Fritz-Lang-Film „Frau im Mond“, an dem Hermann Oberth 1929 als wissenschaftlicher Berater mitgearbeitet hat.
Die Ausstellung, die noch bis 10. März 2013 läuft, zeichnet die Entwicklung der modernen Science Fiction – vor allem in Deutschland – in Literatur und Film im 20. Jahrhundert nach und macht die Einflüsse von Science Fiction auf viele Bereiche des Alltagslebens wie Design, Mode oder Spielzeug deutlich.
Erste Glanzpunkte des deutschen Science-Fiction-Films waren in den 1920er Jahren Fritz Langs Filme „Metropolis“ und „Frau im Mond“. Letzterer gilt auch als Höhepunkt einer breiten öffentlichen Begeisterungswelle für Raketentechnik und Raumfahrt in der zweiten Hälfte der 1920er Jahre, die vor allem durch Hermann Oberths grundlegendes Werk „Die Rakete zu den Planetenräumen“ (1923) ausgelöst worden war.
Im Mittelpunkt des Films stehen einige Raumfahrer (unter ihnen auch eine Raumfahrerin!), die mit ihrem Raumschiff „Friede“ zum Mond fliegen – eine fiktionale Vorwegnahme der ersten realen amerikanischen Mondlandung 1969.
Insbesondere die Darstellung der Mondrakete und des Raumschiffs basieren wesentlich auf Hermann Oberths Entwurf „Modell E“. Im Rahmen seiner Mitarbeit an „Frau im Mond“ hatte Oberth Gelegenheit, seine Theorien zur Raketentechnik auch praktisch umzusetzen und ihre Gültigkeit so nachzuweisen. Die Konstruktion der „Kegeldüse“, des ersten amtlich zertifizierten Raketenmotors, geht auf seine Arbeiten bei der UfA zurück.
Science Fiction in Deutschland
Ausstellung im Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Willy-Brandt-Allee 14, 53113 Bonn: 23. November 2012 – 10. März 2013
Öffnungszeiten: Di–Fr, 9–19 Uhr; Sa, So und Feiertage 10-18 Uhr, Eintritt frei
www.hdg.de
Hermann-Oberth-Raumfahrt-Museum trauert um Mitbegründerin Dr. Erna Roth-Oberth
Feucht, 24.8.2012 – Die Mitbegründerin des Hermann-Oberth-Raumfahrt-Museums Dr. Erna Roth-Oberth ist am Donnerstag, 23.8.2012 nach einem kurzen Krankenhausaufenthalt im Alter von 90 Jahren verstorben.
Museumsdirektor Karlheinz Rohrwild würdigte die verstorbene Mitbegründerin des Feuchter Museums als maßgebliche Triebfeder, die nach dem Tod ihres Mannes Sepp Roth 1985 dafür gesorgt habe, dass der dauerhafte Fortbestand der Ausstellung gesichert wurde. Sepp Roth hatte nach der Museumsgründung 1971 mit großem persönlichen Einsatz das Museum mit auf- und die Grundlagen für den späteren Ausbau gelegt. Rohrwild: „Das Hermann-Oberth-Raumfahrt-Museum verliert in Dr. Erna Roth-Oberth eine großzügige Förderin und – solange es ihr gesundheitlich möglich war – engagierte Streiterin für das Andenken ihres Vaters. Wir werden ihr persönliches Andenken in Ehren halten und betrachten ihr langes Wirken für das Museum als Vermächtnis und Verpflichtung zur Fortsetzung unserer Arbeit.“
Erna Roth-Oberth wurde am 27. Februar 1922 als zweites Kind des Raketen- und Raumfahrtpioniers Hermann Oberth und seiner Frau Mathilde im siebenbürgischen Schäßburg (heute Sighisoara, Rumänien) geboren, studierte ab 1946 in Erlangen und Bern Rechtswissenschaften und promovierte 1951 in Bern. Ab 1953 betrieb sie in Nürnberg eine Rechtsbeistandskanzlei und unterstützte ihren Vater bei dessen umfangreicher Vortragstätigkeit im In- und Ausland.
Seit 1971 standen Auf- und Ausbau des Hermann-Oberth-Raumfahrt-Museums, zunächst bis 1989 im Pfinzingschloß und seitdem in den heutigen Räumlichkeiten, im Mittelpunkt ihres Lebens und Wirkens.
Dafür und für die langjährige Unterstützung ihres Vaters erhielt Dr. Erna Roth-Oberth im Lauf der Zeit eine Reihe von Auszeichnungen, so 1991 die Hermann-Oberth-Medaille des Internationalen Förderkreises für Raumfahrt (IFR) und die Ehrenmitgliedschaft der Alabama-Section des American Institute of Aeronautics and Astronautics. 1994wurde sie in den Senat der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt – Lilienthal-Oberth e. V. (DGLR) gewählt und 1996 erhielt sie den Goldenen Hermann-Oberth-Ring des IFR „in Anerkennung ihrer außergewöhnlichen Leistungen beim Aufbau und Erhalt des Hermann-Oberth-Raumfahrt-Museums sowie den engagierten Bemühungen um die Verbreitung und Würdigung des Lebenswerkes ihres Vaters“.
In Memoriam
Dr. Erna Roth-Oberth
1922 - 2012
Verehrte Trauergemeinde,
liebe Freunde der Raumfahrt,
eine Vater-Tochter-Beziehung ist etwas ganz Besonderes.
Jeder Vater, der eine Tochter hat - so wie ich - weiß das.
Bei meinem ersten Besuch hier in Feucht am 19. September 1989, also kurz vor Oberths Tod, hatte ich die Freude, beide kennenzulernen, und ich spürte sogleich die Fürsorge von Frau Roth-Oberth für ihren Vater.
Für alle deutschen Raumfahrt-Freunde ist es ein Glücksfall, dass ein großartiger Mann wie Hermann Oberth hier in Feucht Raumfahrtgeschichte schrieb… und er zudem eine liebevolle Tochter hatte, die sein Werk durch Mitherausgabe seiner Bücher, aber besonders auch durch die Gründung des Hermann-Oberth-Museums im Jahre 1971, für die Nachwelt zugänglich machte.
Sie hat begonnen, was wir in ihrem Namen weiterführen werden: Das Gedenken an DEN Raumfahrtpionier der Menschheit - und, so lassen Sie mich hinzufügen, mit dieser Leistung steht Hermann Oberth mindestens ebenbürtig neben Neil Armstrong, der vor kurzem leider auch von uns gegangen ist.
Sie hat die Fackel entzündet, die wir als nächste Generation weitertragen dürfen.
Dafür gebührt ihr unser tiefer Dank - über ihren Tod hinaus.
Prof. Dr. Ulrich Walter
28. August 2012
Neue Einsichten und spektakuläre offene Fragen beim
13. Tag der Raumfahrtgeschichte im Hermann-Oberth-Raumfahrt-Museum
Feucht, 24.6.2012 – Interessante neue Einsichten zur Frühzeit der Raumfahrtentwicklung erbrachte der 13. Tag der Raumfahrtgeschichte des Hermann-Oberth-Raumfahrt-Museums in Feucht. Darunter auch einige offene Fragen rund um die geheime Doktorarbeit des deutsch-amerikanischen Raketenpioniers Wernher von Braun, der dieses Jahr 100 Jahre alt geworden wäre.
Dr. Olaf Przybilski von der Technischen Universität Dresden förderte im Rahmen seiner Analyse der lange Zeit nicht zugänglichen Doktorarbeit Wernher von Brauns eine Reihe offener Fragen zutage, die sehr wahrscheinlich für Aufsehen in Fachkreisen sorgen werden. Przybilski, selbst von Haus aus Ingenieur und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Luft- und Raumfahrttechnik der TU Dresden, unterzog die ihm vorliegenden Fassungen der Arbeit von Brauns einer fachlich-kritischen Bewertung, deren Ergebnis erheblichen Anlass zu weiteren Nachforschungen gibt. So bezweifelt der Dresdener Wissenschaftler die Urheberschaft von Brauns an einigen, ihm zugeschriebenen konstruktiven Details, die tatsächlich auch in industriellen Standardprodukten der Zeit zu finden sind. Ferner fehlen in der Arbeit wesentliche Ergebniskapitel, auf die im Text allerdings verwiesen wird. Przybilski fand sie weder in Nachdrucken, noch in der von ihm eingesehenen Originalfassung der Doktorarbeit. Es wird in weiteren Forschungen zu klären sein, ob diese fehlenden Kapitel aus Geheimhaltungsgründen aus der Arbeit entfernt wurden, oder ob es andere Gründe dafür gibt. Ebenso wird die Forschung von Przybilski in seinem Vortrag in Feucht angesprochenen Indizien nachgehen müssen, die auf Ähnlichkeiten mit der einschlägigen Diplomarbeit eines Studenten hinweisen.
Der Vortrag von Michael Tilgner über „Goebbels’ Raketenbann“ brachte neue Einsichten in eine für die Frühzeit der Raketenentwicklung in Deutschland wesentliche Frage. Tilgner konnte anhand einer akribischen Literaturrecherche zeigen, dass es in der Frühphase des Dritten Reichs tatsächlich eine von den Machthabern bewusst gewollte Tabuisierung des Themas Raketenentwicklung in der medialen Darstellung gab. Vom Propagandaministerium – in der Regel mündlich in Regierungspressekonferenzen – herausgegebene so genannte „Presseanweisungen“, belegen dies ebenso, wie Vorgaben für die Provinz- und Fachpresse, die zu den Regierungspressekonferenzen keine Vertreter entsenden konnten. In einer erhalten gebliebenen Anweisung vom Januar 1935 heißt es zum Beispiel: „... Es sollen möglichst wenig Berichte über Raketenflugzeuge, Raketenautos usw. erscheinen, auch nicht in Romanform. ...“ Für die Beurteilung der frühen Raumfahrtgeschichte ist dies deshalb von großer Bedeutung, weil die Raketentechnik, ausgehend von den grundlegenden Arbeiten Hermann Oberths, von der Mitte der 1920er Jahre bis etwa 1932 für erhebliches öffentliches Aufsehen in Deutschland und Europa sorgte. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten gewannen militärische Geheimhaltungswünsche die Oberhand. Tilgner konnte in seinem Vortrag allerdings auch zeigen, dass dieses Tabu nicht konsequent durchgesetzt werden konnte. So erschienen 1935 in Teilen der deutschen Presse umfangreiche Nachrufe auf den russischen Raumfahrtpionier Konstantin Ziolkowski. Gegen Kriegsende entdeckte das NAZI-Regime schließlich unter dem Begriff „Wunderwaffen“ die Raketentechnik selbst neu als Propagandainstrument, mit dem der Durchhaltewille der Bevölkerung angeheizt werden sollte.
Die Raketenbegeisterung der Weimarer Zeit beleuchteten von gänzlich unterschiedlichen Seiten schließlich Martin Frauenheim und Dr. Wolfgang Both in ihren Vorträgen.
Both zeigte anhand einiger Beispiele, wie intensiv sich Mitglieder des „Vereins für Raumschiffahrt“ in den 1920er Jahren als Science-Fiction-Autoren betätigten. Darunter ist vor allem Willy Ley zu nennen, der vor den Nationalsozialisten Mitte der 1930er Jahre über Großbritannien in die USA floh, und dort in den 1950er und 1960er Jahren gemeinsam mit Wernher von Braun einer der meistbeachteten Raumfahrtpropagandisten wurde.
Frauenheim zeigte in seinem äußerst detailreichen Vortrag europaweite Entwicklungen bemannter Raketenflugzeuge bis 1933 auf, an deren Vielzahl die große Begeisterung dieser Zeit für die Rakete als Antrieb jeglicher Art von Fortbewegungsmitteln abzulesen ist.
Zum Auftakt des 13. Tages der Raumfahrtgeschichte hatte Michael Tilgner versucht, mehr Licht in das Werk des weitgehend unbekannten französischen Arztes André Bing zu bringen, dem bereits 1911 in Belgien ein Patent für eine Stufenrakete erteilt wurde. Bing hatte aufgrund dieses Patents offenbar auch Anteil an der Verleihung des hoch dotierten, neugestifteten REP-Hirsch-Preises. Dieser Preis der 1927 gegründeten „Commision d’Astronautique“ der Société Astronomique de France wurde „an den Autor der besten Originalarbeit, die geeignet ist, zur Verwirklichung einer der zahlreichen wissenschaftllichen Anliegen beizutragen, die auf den Endzweck der Astronautik abzielen“ verliehen.
Erster Preisträger war 1929 der spätere Feuchter Ehrenbürger Hermann Oberth, der am Montag, 25. Juni 2012, 118 Jahre alt geworden wäre.
Der Vortrag von Harald Tresp musste wegen Verhinderung des Referenten leider entfallen.
Der Tagungsband zum 13. Tag der Raumfahrtgeschichte ist für einen Kostenbeitrag von 50 € über das Museumsbüro erhältlich.
Zum Tag der Raumfahrtgeschichte, den das Hermann-Oberth-Raumfahrt-Museum jedes Jahr im terminlichen Umfeld um Oberths Geburtstag veranstaltet, war neben vielen Gästen aus allen Himmelsrichtungen dieses Jahr für den Markt Feucht auch Marktgemeinderat Heinz Satzinger ins Pfinzingschloss gekommen, den Museumsdirektor Karlheinz Rohrwild herzlich begrüßte.
Zitatesammlung zum 100. Geburtstag von Wernher von Braun
Aus Anlass des 100. Geburtstages von Wernher von Braun am 23.3.2012 haben wir - ohne Anspruch auf abschließende Vollständigkeit - hier einige Zitate von und über von Braun zusammengestellt, die schlaglichtartig deutlich machen, dass es anlässlich eines solchen Jahrestags und im Zusammenhang mit einer Persönlichkeit wie Wernher von Braun keine "einfachen Wahrheiten" gibt - schon gar nicht aus der Perspektive der das Gesamtbild überblickenden Rückschau. Mit einer Sonderausstellung in der zweiten Jahreshälfte 2012 wird das Hermann-Oberth-Raumfahrt-Museum das besondere, mitnichten immer ungetrübte Verhältnis Wernher von Brauns zu seinem Mentor Hermann Oberth und beider herausragende Bedeutung für die Entwicklung der Raumfahrt eingehender beleuchten.
Hermann Oberth, 1948 über Wernher von Braun in einem Brief an Eugen Sänger: "... Als Mensch hat er zwar sicher sehr schätzenswerte Eigenschaften: Ungewöhnliche Tatkraft, eisernen Fleiß, bewundernswerten persönlichen Mut, angenehme Umgangsformen, er ist ein glänzender Diplomat und Organisator und zeigt mindestens nach außen keine Spur von jenem Hochmut und Dünkel, der bei einem jungen Mann in seiner Lage nur zu leicht möglich und verständlich gewesen wäre, dabei ist er keineswegs kleinlich oder rachsüchtig (...) Außerdem konnte ich mich wiederholt davon überzeugen, daß er gegebenenfalls auch das Herz sprechen lassen kann. Aber leider hat er einen wahnsinnigen Ehrgeiz, oder besser gesagt, der Ehrgeiz hat ihn und treibt ihn dazu, niemanden aufkommen zu lassen, von dem er im geringsten befürchtet, daß er ihn selbst einmal in den Schatten stellen könnte."
Hermann Oberth, 1952 an Wernher von Braun: "Ich glaube, eine Aussprache zwischen uns hätte vielleicht vieles geklärt (...) Denn ich will Ihnen offen gestehen, daß ich bisher glaubte, Sie hätten auch viel Schuld daran, daß so viele tüchtige Kräfte (wie Sänger, Pöhlmann, Janzon, Wiemer und schließlich auch ich selbst), die der Raketensache viel hätten nützen können, teils überhaupt nicht an die Arbeit herangelassen, teils auf ein totes Gleis geschoben wurden. (...) Ihr Verhalten in letzter Zeit und auch die Entwicklung der Dinge läßt es aber nun angebracht erscheinen, dies Urteil zu revidieren (...) Ich würde mich daher aufrichtig freuen, wenn mein Argwohn nicht zutreffen, und wenn Herr Gerhards (...) mit seiner Behauptung Recht behalten sollte, daß ich Ihnen leider Unrecht getan habe."
Wernher von Braun, 1974 an Hermann Oberth: "Du weißt, daß diese beiden Bücher (Die Rakete zu den Planetenräumen und Wege zur Raumschiffahrt; Anm. d. Red.) und der Umstand daß ich als junger Student im Jahre 1930 für Dich arbeiten durfte, auch mir selbst den Leitstern meines Lebens gegeben haben."
Persönliche Widmung von Hermann Oberth an Wernher von Braun in einem Exemplar von "Die Rakete zu den Planetenräumen": "Herrn Dr. W. v. Braun - dem genialen Organisator und Ingenieur, der den Gedanken der Weltraumfahrt zur Tat werden ließ, in Verehrung und Dankbarkeit! H. Oberth"
Aus der Ansprache von Jean Mialet, eines ehemaligen Häftlings des Konzentrationslagers Dora-Mittelbau, anlässlich des 50. Jahrestages der Einrichtung von Dora, 1993: "... Es bleibt festzuhalten, daß ohne die Verwirklichung dieses Programms zu ausschließlich militärischen Zwecken das menschliche Abenteuer der Raumfahrt nie so früh hätte anfangen können, vielleicht nie existiert hätte. Es mußten Milliarden von Reichsmark ausgegeben werden. In grausamer Weise straff wurde das Projekt umgesetzt, damit Ingenieure, die zweifelsohne genial waren wie etwa Wernher von Braun die V2 verwirklichen konnten. Diese grausame Waffe war aber auch direkter Vorfahr der Raketen, die den Sputnik auf seine Bahn schossen und später Männer auf den Mond brachten. ..."
Professor Charles Sadron, französischer Häftling im Konzentrationslager Dora-Mittelbau über Wernher von Braun, 1947: "Ich muß allerdings der Wahrheit die Ehre geben und sagen, daß ich einem Mann begegenet bin, der sich mir gegenüber fast großzügig verhielt. Die Rede ist von Professor von Braun, einem der Mitglieder des technischen Stabes, der die Lufttorpedos entwickelt hatte. Von Braun hat mich in der Werkstatt besucht. Er ist ein sehr germanisch aussehender junger Mann, der ausgezeichnet französisch spricht. Er drückt mir in höflichen und wohlgesetzten Worten sein Bedauern darüber aus, daß ein französischer Professor sich in einem solchen Elend befindet, und schlägt mir vor, in seinem Labor zu arbeiten. Ich lehne das Angebot schroff ab. Von Braun entschuldigt sich und entfernt sich lächelnd. Ich sollte später erfahren, daß er trotz meiner Ablehnung mehrmals versucht hat, mein Schicksal zu erleichtern - allerdings ohne Erfolg."
Aus einem Erlebnisbericht des Dora-Häftlings Adam Cabala: "... Mit den organisatorischen Angelegenheiten befaßt sich in Dora der Direktor Sawadski. Er trug die Verantwortung für den Bau der unterirdischen Gänge. Er nahm die Häftlingskolonnen aus Buchenwald in Empfang, schickte die Kadavertransporte nach Buchenwald ins Krematorium, ihm oblag alles, außer der Forschungsarbeit und der Produktion. Aber auch die deutschen Wissenschaftler mit Prof. Wernher von Braun an der Spitze sahen alles täglich mit an. Wenn sie die Gänge entlang gingen, sahen sie die Schufterei der Häftlinge, ihre mühselige Arbeit und ihre Qual. ... Auf einer kleinen Fläche neben der Ambulanzbude lagen tagtäglich die Häftlinge, die das Arbeitsjoch und der Terror der rachsüchtigen Aufseher zu Tode gequält hatten. Die menschlichen Leichname sahen von weitem wie eine große Masse aus. Aber Prof. Wernher von Braun ging daran vorbei, so nahe, daß er die Leichen fast berührte. Sollte dieser Anblick nicht den geringsten Eindruck auf ihn gemacht haben? ..."
Wernher von Braun über das Konzentrationslager Dora-Mittelbau, 1969: "Es war für mich natürlich jedesmal ein außerordentlich deprimierender Eindruck, wenn ich in das unterirdische Werk hineingehen und dort die Häftlinge bei der Arbeit sehen mußte. … Sehr viele dieser Häftlinge befanden sich in einem furchtbaren Ernährungszustand. Ich will und darf das in keiner Weise bestreiten. ... Später waren die Lager überfüllt, von Krankheiten verseucht - besonders in den letzten Kriegsmonaten. Diese Hungergestalten lasteten schwer auf der Seele jedes anständigen Mannes Ich kann es nicht leugnen. ... Am Ende des Krieges hat die SS zweifellos die Häftlinge ganz bewußt dem Hungertod preisgegeben. ..."
Michael J. Neufeld, Raumfahrthistoriker, National Air and Space Museum, Washington D.C.: "In einem halben Jahrtausend werden die Menschen vielleicht nur noch wenig über das 20. Jahrhundert wissen, mit Ausnahme der Atombombe, des industrialisierten Massenmords, der Entdeckung der globalen Erwärmung, der Entwicklung von Computernetzwerken, des Motorflugs und der ersten Schritte im Weltraum. Angenommen, wir haben die Erde bis dahin nicht ruiniert, könnte es, evolutionär gesehen, zu den bedeutendsten Dingen gehören, die Wiege des irdischen Lebens verlassen und im Weltraum Fuß gefasst zu haben. Insofern verdient es Wernher von Braun, als einer der zukunftsweisenden Ingenieure und Wissenschaftler des 20. Jahrhunderts in Erinnerung zu bleiben. Sein Leben ist gleichzeitig ein Symbol für die Versuchungen von Ingenieuren und Wissenschaftlern in jenem Jahrhundert und darüber hinaus ... Wernher von Braun war wirklich der Faust des 20. Jahrhunderts."
US-Satiriker Tom Lehrer in beißendem Spott über Wernher von Braun: "Don’t say that he’s hypocritical, say rather that he’s apolitical. - Once the rockets are up, who cares where they come down? - That’s not my department, says Wernher von Braun."
Apollo-11-Astronaut Michael Collins: "Wernher von Braun was a study in contrasts. He was, at the same time, a visionary and a pragmatist, a technologist and a humanist."
100 Jahre Wernher von Braun
Der deutsch-amerikanische Weltraumpionier Wernher von Braun wäre am 23. März 2012 100 Jahre alt geworden. Von Braun selbst bezeichnete Hermann Oberth immer wieder als seinen Lehrer und Mentor, dem er den "Leitstern seines Lebens" verdanke. Aus diesem Anlass wird das Modell seiner Saturn-V-Mondrakete an der Autobahnraststätte Feucht-Ost im Jahr 2012 einer Frischzellenkur unterzogen.
Das gut zehn Meter hohe Denkmal weist seit vielen Jahren Rast und Abwechslung suchenden Reisenden den Weg von der Autobahnraststätte nach Feucht und ins Hermann-Oberth-Raumfahrt-Museum. In den letzten Jahren hat die Optik des weithin sichtbaren Aluminiumkolosses durch Schmierereien und eine Vielzahl von Aufklebern allerdings sehr gelitten. Die Reinigung und Neulackierung des Raketenmodells ist daher dringend geboten. Auch die Erläuterungstafel an der Rakete soll gestalterisch und inhaltlich überarbeitet werden. Absprachen dazu laufen derzeit zwischen Gemeinde und Museum.
Der Markt Feucht hat auf Antrag des Hermann-Oberth-Raumfahrt-Museums einen großen Teil der für die Sanierungsarbeiten erforderlichen Mittel im aktuellen Haushalt bereitgestellt. Etwa ein Viertel der Kosten von insgesamt rund 3500 Euro übernimmt der Trägerverein des Museums.
Für die
zweite Jahreshälfte plant der Museumsverein ebenfalls aus Anlass des Geburtstages Wernher von Brauns eine
Sonderausstellung über das Verhältnis von Brauns zu Hermann Oberth und ihre Bedeutung für die Entwicklung der Raumfahrt.
"Nürnberger Nachrichten" und "Nürnberger Zeitung" berichten in ihren Ausgaben vom 28.10.2011 über unsere Sonderausstellung "Oberths Energie - Vom Weltraumspiegel zum Drachenkraftwerk":
"Der Bote" berichtet in seiner Ausgabe vom 26.10.2011 über unsere Sonderausstellung "Oberths Energie - Vom Weltraumspiegel zum Drachenkraftwerk":
Unsere Aktionen zum Feuchter Familienfest am 17.9.2011 fanden großen Anklang.
Viele Besucher nutzten die Gelegenheit sich als Mondastronaut fotografieren zu lassen. Besonders die Kleinen hatten großen Spaß an den Wasser-Luft-Raketen von Klaus Strienz und Museumsleiter Karlheinz Rohrwild sorgte im Raumanzug für neugierige Blicke im gesamten Feuchter Zentrum. Während des ganzen Tages herrschte auch im Museum selbst großer Andrang.
Besonderes Highlight waren aber die Starts der vorher unter Anleitung von Jörg Kadau selbstgebauten Raketen am Gauchsbach, die sich auch Feuchts Erster Bürgermeister Konrad Rupprecht nicht entgehen ließ. Er assistierte sogar beim Countdown zum Start einer der Raketen.
Die Bilder zum Feuchter Familienfest gibt es unter
http://www.oberth-museum.org/galerie.php
Die Siebenbürgische Zeitung berichtet in Ihrer Ausgabe 15/2011 über unser Museumsjubiläum und den 12. Tag der Raumfahrtgeschichte:
http://www.siebenbuerger.de/zeitung/artikel/kultur/11490-40_jahr_feier-des-hermann_oberth.html
Amberger Zeitung, 24. August 2011
50 Jahre aktiv für die Raumfahrt
Goldene IFR-Auszeichnung für Roswitha Fries
Feucht, 23.8.2011 – 50 Jahre Arbeit im Hause Oberth, 40 Jahre für das Hermann-Oberth-Raumfahrt-Museum, für die Hermann-Oberth-Gesellschaft und den Internationalen Förderkreises für Raumfahrt Hermann Oberth – Wernher von Braun e.V. (IFR) fanden jetzt beim 42. Jahreskongress des IFR in Garmisch-Partenkirchen angemessene Würdigung: Roswitha Fries, rastlose Antreiberin des Museumsteams und gute Seele des Hauses wurde für Ihre Verdienste mit der IFR-Medaille in Gold ausgezeichnet.
In seiner Laudatio würdigte IFR-Vizepräsident Karlheinz Rohrwild, der auch als Museumsdirektor des Hermann-Oberth-Raumfahrt-Museums in Feucht fungiert, Roswitha Fries als „treibenden Motor, der stets in mütterlicher Fürsorge uns auch einmal zur Arbeit ermahnt hat.“ Und weiter: „Ohne Dich wären wir nicht da, wo wir heute sind. Du hast Dich für alle unsere Organisationen wie kaum eine andere verdient gemacht.“
Roswitha Fries begann am 15. August 1960 als Lehrling in der Rechtsbeistandskanzlei von Prof. Oberths Tochter Dr. Erna Roth Oberth in Nürnberg und begleitete ihre Chefin über mehrere Stationen bis zum Umzug der Kanzlei nach Feucht. Im Rahmen ihrer Tätigkeit war sie auch mit der Verwaltung des Pfinzingschlosses betraut, das bis 1988 im Besitz der Familie Oberth stand, und unterstützte Prof. Oberth in seinen letzten Jahren in vielfältiger Weise.
Sie selbst sagt über Prof. Oberth: „Ich durfte in diesen Jahren einen wunderbaren, außergewöhnlichen, bescheidenen und dankbaren Menschen miterleben, der mir ein großes Vorbild ist.“
Es sei eine bleibende Aufgabe, Oberths wissenschaftliches Vermächtnis zu bewahren und das Verständnis für seine Bedeutung für die Weltraumfahrt aber auch für den Menschen Oberth wach zu halten. Auch deshalb kümmert sich die Geehrte nach wie vor mit viel Einsatz um die umfangreichen Alltagsgeschäfte eines Museums mit sich bringt.
Früherer Museumsleiter und Oberth-Biograf verstorben
Hermann-Oberth-Raumfahrt-Museum trauert um Dr. Hans Barth
Feucht, 23.8.2011 – Der frühere Leiter des Hermann-Oberth-Raumfahrt-Museums und Biograf des „Raumfahrt-Professors“ Hermann Oberth, Dr.-Ing. Hans Barth ist am 4. August nach schwerer Krankheit in Aschaffenburg verstorben. Barth stand dem Feuchter Museum von 1986 bis 1987 vor und blieb ihm bis zuletzt eng verbunden.
Karlheinz Rohrwild, heutiger Leiter des Museums würdigte seinen früheren Vorgänger für dessen „wesentlichen Anteil an der Bewahrung des Wissens um Hermann Oberths Leben, Werk und Wirkung“. Rohrwild: „Das Hermann-Oberth-Raumfahrt-Museum verliert in Hans Barth einen Freund und wohlwollenden aber immer auch kritischen Begleiter. Wir werden sein Andenken in Ehren halten.“
Barth war Publizist und Wissenschaftsautor und wie Prof. Oberth Siebenbürger. Er studierte Energietechnik und Elektrotechnik und promovierte über magnetohydrodynamische Energiewandler an der Universität Kronstadt (Brasov, Rumänien). Nach achtjähriger Tätigkeit als Techniker in der Industrie arbeitete er von 1963 bis 1985 als Fachjournalist und Autor bei deutschsprachigen Publikationen in Rumänien, ab 1971 zugleich auch als Honorarprofessor am Institut für Elektrotechnik und Elektrische Maschinen der TU Kronstadt.
Bereits 1974 erschien in Bukarest Barths Oberth-Biografie „Hermann Oberth – Titan der Weltraumfahrt“. Ihr folgten 1979 und 1984 zwei Bände, die den umfangreichen Briefwechsel Oberths zu allen Fragen rund um die Weltraumfahrt dokumentieren und ein Fülle weiterer Publikationen über Oberth und die Raumfahrt.
Nach seiner Aussiedlung in die Bundesrepublik Deutschland im Herbst 1985 arbeitete Barth als verantwortlicher Redakteur der Fachzeitschrift „mikroelektronik“ und 1986 bis 1987 auch als Leiter der Hermann-Oberth-Raumfahrt-Museums in Feucht. Nebenberuflich veröffentlichte er zahlreiche Arbeiten über Wissenschafts- und Technikgeschichte mit dem Schwerpunkt Raketentechnik und Raumfahrt sowie über zukünftige Anwendungen und Auswirkungen der Weltraumtechnik zum Nutzen der Menschheit.
So legte er 1997 den Band „Weltraumtechnik für die Umwelt“ und 2004 dessen überarbeitete und erweiterte Neuauflage unter dem Titel „Umwelt im Raumzeitalter“ vor.
Dr. Hans Barth (Mitte) 1986 bei einer Autogrammstunde des Hermann-Oberth-Raumfahrt-Museums im Feuchter Pfinzingschloss mit dem NASA-Mondastronauten Buzz Aldrin (links). Verdeckt hinter Barth der damalige Feuchter Bürgermeister Morath und der Schatzmeister des Museums Klaus-Dieter Schramm (ganz links).
Eine besondere Ehre wurde dem Vorsitzenden des Hermann-Oberth-Raumfahrt-Museums e.V., Prof. Dr. Ulrich Walter zuteil: Anlässlich seines Aufenthalts zur 40-Jahrfeier des Museums trug er sich auf Einladung von Feuchts Bürgermeister Konrad Rupprecht in das Goldene Buch des Marktes Feucht ein.
Er folgt damit einer guten Tradition, die auch die Verbundenheit des Marktes Feucht zu seinem Ehrenbürger Hermann Oberth und dessen wissenschaftlichem Erbe verdeutlicht: 1994 hatten sich bereits die Raumfahrer Edwin Aldrin, Anatoli Solowjow, Ulf Merbold, Sigmund Jähn und Dorin Prunariu anlässlich ihres Aufenthalts in Feucht dort eingetragen.
Im Bild: Prof. Dr. Ulrich Walter (l.) mit Feuchts Bürgermeister Konrad Rupprecht (r.).
Im Rahmen des
12. Tages der Raumfahrtgeschichte am 25.6.2011 in Feucht fand auch die diesjährige Mitgliederversammlung mit turnusmäßiger Neuwahl des Vorstandes statt.
Der Vorsitzende Prof. Dr. Ulrich Walter, Museumsleiter Karlheinz Rohrwild und Schatzmeister Klaus-Dieter Schramm wurden in ihren Ämtern bestätigt. Robert Adams wurde als 2. Vorsitzender neu in den Vorstand berufen.
Im Bild v.l.n.r: Prof. Dr. Ulrich Walter, Robert Adams, Karlheinz Rohrwild und Klaus-Dieter Schramm.
Der Bote vom 18/19. Juni 2011 - Seite 5 - Text: Der Bote, Martina Rüsing